Jury
Die Jurymitglieder werden vom Gemeinsamen Ausschuss auf Vorschlag des Kurators bzw. der Kuratorin für zwei Jahre berufen. Dabei ist eine Verlängerung um ein Jahr möglich. Vorschlagsberechtigt sind der Bund und das Land Berlin.
Die Mitglieder der Jury sollen mit dem kulturellen Leben Berlins vertraut sein, die jüngsten Entwicklungstendenzen in der nationalen und internationalen Kulturszene kennen, im aktuellen Kunstdiskurs stehen und in der Lage sein, ausgewogene Förderentscheidungen über alle Sparten zu treffen und zu vertreten.
Mitglieder
Der Bund und Berlin haben sich auf Vorschlag des Kurators bzw. der Kuratorin auf die Berufung folgender Jury für den Hauptstadtkulturfonds verständigt:
Barbara Behrendt ist freie Kulturjournalistin und Theaterkritikerin für Deutschlandradio, rbb, taz, Die deutsche Bühne. Zudem unterrichtet sie Kulturjournalismus an der Burda Journalistenschule. Sie berichtete als Stipendiatin des Arthur F. Burns Fellowships aus New York und Montréal und war Mitglied diverser Jurys: Mülheimer Theatertage, Berliner Kindertheaterpreis, Berliner Autorentheatertage, Theaterpreis des Bundes, Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarkts. Sie leitete Blogs bei der Kulturstiftung des Bundes, beim Theatertreffen und bei den Mülheimer Theatertagen.
Mathias Hinke wurde 1973 in Mexiko-Stadt geboren. Er studierte Komposition an der Manhattan School of Music in New York, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität und Physik an der Freien Universität Berlin. Er hat ein Kunstlehrerdiplom der Universität Cambridge. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
2015-2016 hatte er eine Gastprofessur im Fachbereich Komposition inne und ist seit Herbst 2016 Assistenzprofessor am Institut für Experimentelle Musik der UdK Berlin. Er hielt Keynotes zu experimenteller Komposition am National Junior College Singapore, der Northwestern University, der Duke University, dem happy new ears Kongress Mannheim, Neue Klänge Rendsburg und ist häufiger Gastdozent an der Sibelius Akademie. Seit 2016 arbeitet er mit dem Regisseur Carlos Manuel und dem Künstler Pedro Lasch zusammen und produziert öffentlich zugängliche Werke. Hinke schrieb unter anderem Stücke für die Opera de Bellas Artes Mexiko, die Deutsche Oper Berlin, die Düsseldorfer Symphoniker, die Heidelberger Philharmoniker, die Hamburger Symphoniker, das Orquesta Sinfónica Nacional de México, das Sonar Quartett, das KNM Ensemble, das NTM Mannheim und das MAS Sextett. Er wurde zu Festivals wie Märzmusik Berlin, Gaudeamus Music Festival Niederlande, Kallio new music days Helsinki, Forum Neue Musik Köln eingeladen.
Dr. Ilgaz Gurur Ertem arbeitet international als Forscherin, Dozentin und Kuratorin. Ihre transdisziplinäre Forschung, die die Bereiche Sozialwissenschaften sowie Tanz- und Performance-Studien kreuzt, konzentriert sich auf die körperlichen und ästhetischen Äußerungen des Politischen.
Ertem war Geisteswissenschaftlicher Fellow an der Akademie Schloss Solitude und Fellow des Hannah-Arendt-Seminars am Institute for Critical Social Inquiry an der New School. Zuletzt war sie Postdoktorandin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität. Ertem war Jurymitglied der Deutschen Tanzplattform 2020 und kuratierte zwischen 2006 und 2014 das iDANS Festival für zeitgenössischen Tanz und Performance in Istanbul. Sie ist künstlerische Leiterin der Bimeras Berlin gGmbH, einer gemeinnützigen Initiative für Tanz Kunst, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften. Zu ihren Veröffentlichungen gehören: „Care for the Earth, Love of the World: Thinking with Hannah Arendt on Somatic Movement/Dance“ (Hrsg. Mariella Greil, De Gruyter, 2024); „Covid-19-Proteste und die performative Kraft der Unwahrheit: Einige Arendt’sche Andeutungen“ (Performance Research Journal, 2022); „The Object of My Inquiry“ (Curating Dramaturgies, Hrsg. Peter Eckersall und Bertie Friedman, Routledge, 2021); Bodies of Evidence: Ethics, Aesthetics, and Politics of Movement, (herausgegeben mit Sandra Noeth, Passagen, 2018).
Ertem bietet Seminare am Institut für Soziologie der Boğaziçi-Universität an. Sie ist außerdem eine international anerkannte Pädagogin für somatische Bewegungen und Tanz.
Michael Fürst, geboren 1975 in Göttingen, ist seit 2023 Direktor des Filmmuseum Potsdam. Er studierte die Fächer Kunst und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien an der Georg-August-Universität Göttingen und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
In Braunschweig promovierte er 2015 im Fachbereich Medienwissenschaft zu einem film- und bildwissenschaftlichen Thema über medienreflexive Horrorfilme. Er begann seine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studiengang Medienwissenschaften der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und anschließend am Braunschweiger Zentrum für Gender Studies.
Sein Interesse an der Museumsarbeit entwickelte er am Schwulen Museum in Berlin, wo er kuratorisch arbeitete, sich temporär ehrenamtlich als Mitglied im Vorstand engagierte und dort auch sein wissenschaftliches Museumsvolontariat absolvierte. Es folgten weitere Ausstellungsprojekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Ulrike Ottinger. 2017 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Programmentwicklung bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale, wo er zusammen mit einer Kollegin das Förderprogramm „Kultur Digital“ entwickelte.
2018 kam es zum Wechsel nach Göttingen, um dort als Referent für Ausstellungen an der Realisierung des Forum Wissen, einem neuen Universitätsmuseum, dass sich kritisch mit dem Entstehen von akademischem Wissen befasst, mitzuarbeiten.
Er war 2019 Mitglied der Auswahljury für die Queer Scope - Kurzfilmförderung des Verbands der unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland e.V. und 2022 Teilnehmer der Museumsakademie museion21 der Alfred Toepfer Stiftung.
Dr. Sonja Longolius, geboren 1978 in Gießen, aufgewachsen in Hamburg, leitet seit 2018 gemeinsam mit Janika Gelinek das Literaturhaus Berlin. Sie studierte Amerikanistik und Kunstgeschichte in Hamburg und an der Freien Universität Berlin. 2015 promovierte sie dort über Paul Auster, Candice Breitz, Sophie Calle und Jonathan Safran Foer. Sie erlernte ihr Handwerk als Ausstellungsmacherin u.a. im Museum of Modern Art New York und in der Stiftung Neue Synagoge Berlin und kuratierte verschiedene Ausstellungen, z.B. über Videokunst. 2016 war sie Mitbegründerin des medienkunst e.V.
Sarah Johanna Theurer ist Kuratorin und Autorin mit Schwerpunkt auf zeitbasierter Kunst und techno-sozialen Verflechtungen. Am Haus der Kunst in München denkt sie die Ausstellung als resonantes Medium neu und arbeitete Künstler*innen wie Pan Daijing, Isabelle Lewis, Carsten Nicolai, Jenna Sutela und WangShui. Ihre Überblicksausstellungen widmen sich den Wegbereiterinnen digitaler Kulturen: Shu Lea Cheang (2025), Katalin Ladik (2023, gemeinsam mit Hendrik Folkerts) und Fujiko Nakaya (2022, gemeinsam mit Andrea Lissoni), zu der sie den ersten umfassenden Katalog herausgab. Außerdem initiierte sie das Live-Programm Echoes, das nach einem sinnlichen Zugang zu Technologie sucht.
Zuvor war sie Direktorin der Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler und Teil des Teams der 9. Berlin Biennale, sowie der transmediale Berlin. Als Dramaturgin arbeitete sie mit Performance‑Gruppen wie OMSK Social Club und The Agency zusammen. Sie moderierte eine Sendung beim Berliner Community‑Sender Cashmere Radio und veröffentlicht regelmäßig Texte in Katalogen und Magazinen.